Wohn- und Geschäftshaus Hohe Pforte Köln

Aufstockung, Erweiterung und Umnutzung eines Bürogebäudes in Wohnen/ Erhalt und Umbau der Gewerbeeinheiten im EG

Die WRH hat das 85 m lange 5geschossige Bürohaus in geschlossener Bebauung in der Kölner Innenstadt mit dem Ziel erworben, nach Durchführung eines Qualifizierungsverfahrens neuen Wohnraum mit hoher Nutzerqualität zu schaffen. Auf der Rückseite des Gebäudes schließt im Erdgeschoss eine Halle mit 2 Tiefgaragengeschossen an, womit das Grundstück nahezu vollständig überbaut ist. Das Planungsrecht ließ eine Aufstockung mit einem Staffelgeschoss und eine bauliche Erweiterung mit Laubengängen an der Rückseite zu. Die Büros in den Obergeschossen wurden in 53 Wohnungen umgebaut, die über die Laubenganganlage erschlossen werden. In der Lagerhalle entstanden weitere 5 Wohnungen, sodass insg. 58 Einheiten neu geschaffen wurden. Die Ladenlokale wurden energetisch und funktional aufgewertet.

Bauherr
Wohnungsgesellschaft des rheinischen Handwerks AG
Projektpartner
5b Bau- und Projektmanagement
Status
Wettbewerb, Zuschlag
Leistungsphasen
1-9
Standort
Hohe Pforte 4-6 – Köln
Größe
58 Wohneinheiten // BGF 12.245 m² // BRI 42.003 m³
Bauzeit
in Realisierung
Fertigstellung
2020
Bilder
Frank Rümmele
Projektnummer
283

Das Gebäude verfügt über 2 Treppenhauskerne, die über den an der Gebäuderückseite mit Abstand zum Baukörper vorgestellte Laubengang verbunden wurden. Damit konnten starke Eingriffe in die Bausubstanz vermieden sowie die Ladenzone im EG als Baustein im urbanen Leben beibehalten werden. Die Wohnungen sind in Ost-West-Richtung orientiert und verfügen fast alle über eine Loggia und eine halbprivate Vorfläche zwischen Eingang und Laubengang, der auch als Kommunikationsraum dient. Die Patiowohnungen orientieren sich um eigene kleine Innenhöfe und sind rollstuhlgerecht. Die Wohnungen im Staffelgeschoss verfügen über großzügige Dachterrassen. Die Fassaden zeigen sich als Weiterentwicklung, ohne zu überformen. Mit dem Gestaltungsbeirat wurde Konzept und Gestaltung intensiv diskutiert.

Vorher

Blick auf Gebäuderückseite wo nach der Baumaßnahme der brückenartige Laubengang zur Erschließung angeordnet wird sowie auf die eingeschossige Halle in der später die 5 „Patiowohnungen“ Platz finden.
Blick in ehemaligen Büroriegel der zu Wohnungen umgebaut wurde.
Straßenfassade "Hohe Pforte"

Das Gebäude wurde im Zuge der Revitalisierung an das Fernwärmenetz angeschlossen und die Gebäudehülle analog zum KfW55-Standard ertüchtigt. Die Dachflächen wurden extensiv begrünt und sind Baustein resilienter Quartiersentwicklung. Die abgerückten Laubengänge spenden im Sommer Schatten und lassen durch den Abstand zum Gebäude im Winter mehr Lichteinfall zu. Durch den weitgehenden Erhalt der Gebäudestruktur und Reduzierung des Abbruchs auf ein Minimum wurden die vorhandenen Ressourcen umfangreich genutzt und die Baukosten niedrig gehalten. Das Staffelgeschoss ist in Holzrahmenbauweise erstellt. Die Fassade zur Straße ist mit Klinkerriemchen ausgeführt, die die Konstruktion nachhaltig schützen und einen langen Lebenszyklus sicherstellen. Die Tiefgarage ist für E-Mobilität vorgerüstet.